“Growth Hacking” als Erfolgsfaktor

Eingerostete Marketing-Methoden gehören immer mehr der Vergangenheit an. Zumindest wenn es nach “Growth Hackern” geht. Das Ziel des Growth Hacking ist es, mit kreativen und unkonventionellen Aktionen möglichst schnell große Bekanntheit und in weiterer Folge auch Erfolg zu generieren. Um das zu erreichen, setzen die meisten Growth Hacker auf Viralität - vorwiegend über Soziale Medien wie Facebook und Twitter.

Bekannte Beispiele

Ein Paradebeispiel für gelungenes Growth Hacking lieferte Twitter: Der Social-Media-Gigant fand heraus, dass User, wenn sie mehr als 30 anderen Twitter-Benutzern folgen, auf einmal richtig aktiv werden. Um Twitter-Neulinge zu animieren, diese 30er-Hürde möglichst schnell zu überspringen, hat Twitter interessante Profile anderer User vorgeschlagen. Die Idee klingt zwar einfach, war aber im Nachhinein betrachtet genial.

 

Ein weiteres Beispiel ist Dropbox: Vermutlich haben auch viele von Ihnen Dropbox an Freunde weiterempfohlen, um selbst mehr Speicherplatz zu erhalten. Ein simpler wie genialer Einfall, der das Unternehmen bis heute rund ein Drittel aller Neuanmeldungen verdankt. Natürlich gibt es auch andere eher gewagte Growth-Hacking-Methoden, die zum Erfolg führen. Etwa, Kunden nach einer bestimmten Nutzungsdauer eines Dienstes dazu zu verpflichten, Freunde einzuladen, damit sie den Dienst auch weiter in Anspruch nehmen können. Oder den Kunden schlicht und einfach mitzuteilen, dass sie sich für die Einrichtung eines Accounts aufgrund von langen Wartelisten ein paar Stunden gedulden müssen, weil sich der Dienst dermaßen großer Beliebtheit erfreut. Die Beantwortung der Frage, ob diese “Warteliste” tatsächlich real war, oder ein klassischer Fall von Growth Hacking, bleibt jedem selbst überlassen.

Die Beispiele illustrieren allerdings auch, dass Growth Hacking ohne den nötigen technischen Background nicht erfolgreich ist. Deshalb gilt für jeden guten Growth Hack folgende Devise: Eine technisch saubere Umsetzung ist mindestens genauso wichtig, wie die kreative Idee als Initialzündung.

Die Zielgruppe im Fokus

Wer seine Zielgruppe nicht kennt, wird Schwierigkeiten haben, ein erfolgreicher Growth Hacker zu werden. Deshalb sollte auf jeden Fall versucht werden, so viel wie möglich über die Seitennutzer herauszufinden.. Eine sehr gute Methode, um das Verhalten der User auf der eigenen Webseite kennenzulernen, ist zum Beispiel Clicktale. Zusätzlich sollte der Webauftritt auf jeden Fall SEO-optimiert werden, um im Google-Ranking gut positioniert zu sein und zusätzliche Nutzer zu generieren.

Für welche Unternehmen macht es Sinn?

Grundsätzlich kann sich natürlich jedes Unternehmen ein Vorbild am Growth Hacking nehmen. Klar ist aber auch, dass einige Praktiken nicht für alle Firmen Sinn machen. Vor allem dann nicht, wenn das eigene Unternehmen bereits eine bestimmte Größe hat. Growth Hacking eignet sich eher für kleinere Firmen oder Start-Ups. Denen gelingt es nämlich viel einfacher, durch diverse Aktionen frech und peppig zu wirken. Größere, etablierte Player würden sich durch ähnliche Praktiken vermutlich selbst schaden und ins Unseriöse abdriften, was Shitstorms und Schlimmeres nach sich ziehen könnte. Growth Hacking definiert sich über wirklich kreative, oft auch gewagte Einfälle. Diese Ideen bringen zumeist eine unerwartet hohe Viralität mit sich. Während zum Beispiel die meisten SEO-Maßnahmen auf langfristiges, stetes Wachstum von Websites ausgelegt sind, ist es das Ziel des Growth-Hackings, mit einer Aktion möglichst schnell Aufsehen zu erregen und dadurch Kunden zu gewinnen.

Prinzipiell sollte natürlich eine Kombination aus gesundem Wachstum und einem Boost durch Growth Hacking angestrebt werden. Aber: Das klingt alles einfacher, als es ist. Wichtig ist es, den Aha-Effekt bei der Zielgruppe hervorzurufen!

Share this post